Bärchen, ein braunes Bärenjunges im blauen Schlafanzug, sitzt auf dem Teppich seines Zimmers und hält mit beiden Händen eine eingeschaltete Taschenlampe; an der Wand, im Lichtstrahl, ist der Schatten einer Taube zu sehen, mit den Händen geformt. Neben ihm begleitet ihn seine Mama-Bärin Mamabär im weinroten Morgenmantel lächelnd.
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Tanzende Schatten

Ein Spiel mit der Dunkelheit

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So beginnt die Geschichte

Es roch nach Seife und nach frisch gewaschener Decke. Die kleine Lampe erhellte ein wenig den Boden und den Nachttisch. Mamabär half ihm mit dem Schlafanzug. Dann räumten sie zwei Spielsachen in den Korb.

Mamabär machte das große Licht und die kleine Lampe aus. Nur das Mondlicht blieb. Sie setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett. Hinter dem Fenster hing ein Ast ganz still.

Der Wind begann zu wehen, und draußen bewegte sich der Ast.

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Illustration aus Tanzende Schatten — 1
Illustration aus Tanzende Schatten — 2
Illustration aus Tanzende Schatten — 3
Illustration aus Tanzende Schatten — 4
Illustration aus Tanzende Schatten — 5

Leitfaden für Familien

💭 Worum geht es in dieser Geschichte?

Bärchen ist ein feinfühliges und neugieriges Bärenjunges, eines von denen, denen neue Situationen etwas schwerer fallen. Als Mamabär heute Abend das große Licht ausmacht, jagt ihm ein Schatten, der sich an der Wand seines Zimmers bewegt, echte Angst ein. Mamabär geht nirgendwohin: Sie bleibt bei ihm und zeigt ihm mit den Händen und einer kleinen Taschenlampe eine andere Art, das anzuschauen, was er an der Wand sieht. Die Geschichte begleitet diese erste Angst vor der Dunkelheit und den Moment, in dem Bärchen anfängt, mit den Händen selbst etwas zu tun, statt nur zuzuschauen.

🧠 Was werden die Kinder lernen?

  • Die Angst vor der Dunkelheit ist eine normale Reaktion, und sie zu fühlen bedeutet nicht, dass etwas nicht stimmt
  • Die ruhige Anwesenheit eines Erwachsenen kann die Angst begleiten, ohne sie mit Worten erklären oder lösen zu müssen
  • Die Hände und ein kleines Licht können zu einem Werkzeug zum Spielen und Gestalten werden
  • Ein und dieselbe Form lässt sich auf verschiedene Weise betrachten, und das in Ruhe zu entdecken nimmt einen Teil der Angst
  • Die Fantasie erlaubt es, etwas Undeutliches in etwas mit eigenem Namen und Sinn zu verwandeln
  • Die eigenen Hände ins Spiel zu bringen, auch wenn es am Anfang ungeschickt aussieht, ist ein ebenso mutiger Schritt wie jeder andere

🤝 Wie kann man dieses Gespräch fortsetzen?

  • „Welche Formen siehst du in den Schatten deines Zimmers, wenn das Licht ausgeht?“
  • „Welches Tier würdest du mit den Händen machen, wenn du eine kleine Taschenlampe hättest?“
  • „Was hilft dir, ruhiger zu werden, wenn dir nachts etwas Angst macht?“
  • „Hat dir schon einmal etwas Angst gemacht, und dann stellte sich heraus, dass es etwas ganz anderes war?“ Diese Frage hilft dabei, in Worte zu fassen, einen Schreck ein zweites Mal anzuschauen, ohne dass der Erwachsene es erklären muss.
  • „Gibt es einen Gegenstand, den du gern in deiner Nähe hast, wenn du schlafen gehst?“

🎯 Pädagogischer Ansatz

Diese Geschichte bestätigt die Angst vor der Dunkelheit als eine echte und häufige Erfahrung in der frühen Kindheit und zeigt, dass man sie begleiten kann, ohne sie eilig zum Verschwinden bringen zu wollen. Mamabär zeigt eine Art zu sorgen, die die Angst nicht von außen löst, sondern ein Werkzeug anbietet — das Licht und die Hände —, damit Bärchen es selbst benutzt. Die Geschichte gibt dem Kind eine konkrete Möglichkeit, mit dem Uneindeutigen zu spielen, und sät den Gedanken, dass es auch das verwandeln kann, was ihm Angst macht.

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