Jacinta und Ulises halten gemeinsam ein mit Süßigkeiten bemaltes Häuschen aus Pappe, neben ihrer Oma und der Veranda des Hauses.
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Eine andere Geschichte von Hänsel und Gretel

Das Schokoladenhaus

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So beginnt die Geschichte

Im Buch reichten die Bonbons bis hinauf zum Dach. „Konnte man das ganze Haus essen?“, fragte Ulises. Oma hielt den beiden Geschwistern das Bild näher hin. „Ja. Aber dort wohnte eine Hexe, die Hänsel und Gretel nicht fortgehen ließ. Sie sperrte Hänsel ein, und seine Schwester Gretel schaffte es, ihn zu befreien. So entkamen die beiden.“ Jacinta strich mit dem Finger über einen Dachziegel aus Schokolade.

„Also ich würde aus so einem leckeren Haus nie weggehen!“, sagte Ulises. Jacinta leckte sich die Lippen, bevor Oma das Buch zuklappte. „Komm, wir bauen eins.“ Im Hof hatten sie einen großen Karton. Zu zweit formten sie daraus ein Häuschen, mit einem Dach, das ihnen bis zu den Schultern reichte. Ulises holte die Farben. „Und dann spielen wir das Märchen.“

Jacinta malte Schokolade aufs Dach, während Ulises den Karton festhielt. „Hier schmilzt dir die Schokolade weg“, sagte er und zeigte auf eine Tropfspur. Sie zog die Spur bis ganz nach unten. Ulises malte so große Bonbons, wie er nur konnte.

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Illustration aus Eine andere Geschichte von Hänsel und Gretel — 1
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Illustration aus Eine andere Geschichte von Hänsel und Gretel — 5

Leitfaden für Familien

Inhaltswarnungen

Kurze Erwähnung einer Hexe, die eine Märchenfigur einsperrt; freiwilliges Kitzelspiel.

💭 Worum geht es in dieser Geschichte?

Jacinta und Ulises bauen ein Haus aus Pappe, um mit ihrer Oma Hänsel und Gretel nachzuspielen. Sie haben großen Spaß daran, Süßigkeiten darauf zu malen, doch als es um die Rollen geht, wollen beide diejenigen sein, die den anderen retten, und keiner will nur warten. Während sie streiten, fallen die ersten Regentropfen auf die Kulisse, die sie gemeinsam gebaut haben.

🧠 Was lernen die Kinder?

  • Zusammenarbeit kann Freude machen, wenn man gemeinsam etwas erschafft, noch bevor eine Schwierigkeit auftaucht.
  • Das Äußern eigener Wünsche hilft zu sagen, welcher Teil eines Spiels jedem Einzelnen wichtig ist.
  • Zuhören wird sichtbar, wenn eine Bitte dazu führt, dass wir ändern, was wir gerade tun.
  • Probleme lösen heißt auch, genau hinzuschauen, was passiert, und das eigene Handeln zusammen mit jemand anderem anzupassen.
  • Die Sorge um das Gemeinsame kann aus der Zuneigung zu etwas wachsen, das mehrere zusammen geschaffen haben.

🤝 Wie kann das Gespräch weitergehen?

  • „Was würdest du gern mit jemandem zusammen bauen, und welchen Teil würdest du am liebsten übernehmen?“
  • „Welche Möglichkeiten fallen dir ein, wenn zwei in einem Spiel dieselbe Rolle haben wollen?“
  • „Was hast du schon mit jemand anderem gemacht, auf das du danach gut aufpassen oder das du aufheben wolltest?“
  • „Wie würdest du gern um Hilfe bitten, wenn etwas, das du gerade machst, schwierig wird?“

🎯 Pädagogischer Ansatz

Die Geschichte gibt der Freude am gemeinsamen Gestalten ebenso Raum wie dem Wunsch, in einem Spiel die Hauptrolle zu haben. Sie verankert Zusammenarbeit in alltäglichen Handlungen: einen Wunsch äußern, auf eine Bitte eingehen und das eigene Tun an eine konkrete Schwierigkeit anpassen. Das gemeinsame Lesen bietet Gelegenheit, diese Entscheidungen und die eigenen Erfahrungen der Kinder zu erkunden, mit einer erwachsenen Person an ihrer Seite, die das Gespräch begleitet, ohne eine richtige Antwort zu suchen und ohne Meinungsverschiedenheiten als Fehlverhalten darzustellen.

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